Modellfliegen bei den Pare Neira - Alp Flix (90K)

MODELLFLIEGEN AUF DER ALP FLIX

Ort: Sur (GR), Surses, 46°30,6'N, 9°39,6'E, (153250,770390), Höhe 2279 m NN, ca. 100 m Hanghöhe.

Mein Lieblingshang, obwohl er nur mit einer Stunde Fußmarsch zu erreichen ist und das Landen dort oben nicht zu den allereinfachsten Übungen gehört. Was macht die Faszination dieses Gebietes aus?

  • Klar, dort muß es Aufwind geben, sonst würde der Modellflieger in mir den Hang nicht zur Kenntnis nehmen: Wenn stabile Talwind-Lage herrscht, dann blasen oben auf dem Kanonensattel über mehrere Stunden zwischen 3 und 4 Beaufort Wind, gepaart mit kräftigen Ablösungen über dem Tal.
  • Die besonders schöne Landschaft: Die fast immer dunkle Felswand im Osten (Pare Neira, die schwarzen Brüder, sie sind auch für die "Windverstärkung" verantwortlich) und der herrliche Ausblick,
  • Es ist halt eine irgendwie "besondere" Stelle...
Ich möchte aber nicht verschweigen, daß ich bisher nur bei gutem Talwind erfolgreich am Kanonensattel war; bei "halbseidenem" Wetter, z.B. mit durchziehenden Wolkenfeldern (nicht zu verwechseln mit den oft ausgeprägten von den Bergen thermisch hervorgerufenen Wolken) kann der Wind und die Thermik von einer Sekunde auf die andere aufhören und man muß sehen, wie man mit den den manchmal nur 5 m Startüberhöhung zurecht kommt.

Ich empfehle diesen Hang denjenigen, denen es neben dem Modellflug auch auf einen schönen Ausflug ankommt und die auch auf die Belange der Natur Rücksicht zu nehmen bereit sind:

  • peinlichste Sauberkeit (insbesondere nach einer eventuellen Bruchlandung - wenn man dort oben auf eine Gewehrpatrone tritt ist das übel genug, GfK-Spreißel müssen aber wirklich nicht sein),
  • nicht mehr rumtrampeln als erforderlich (obwohl dort keine gefährdeten Pflanzen zu finden sind).
  • Tiere: Dort oben weiden Kühe. Außer dem üblichen (vor allem Murmeltiere, anscheinend keine Dohlen) gibt es dort keine besonderen Wildtiere, außer...
    Einmal sah ich ein Paar sehr großer Vögel; ich vermute, dass es Steinadler waren, habe jedoch keine Erfahrung im Bestimmen von Tieren (ich hab' halt im Buch nachgeschaut). Es war klar, dass sie dort kein Nest haben; auch die vielleicht verlockenden Pare Neira stehen fast immer im Schatten und sind sicherlich zu kalt für eine Kinderstube. Sie starteten von dem kleinen Hügel westlich des Wanderweges und kreisten dann in der noch sehr leichten Thermik an den Pare Neira nach oben und verschwanden.
    Ich empfehle unbedingt, auf das Modellfliegen zu verzichten, wenn solche Tiere in der Nähe sind. Das ist kein besonderes Opfer, denn die Tiere selbst geben ein unvergessliches Schauspiel ab und bleiben auch nicht lange an diesem Hang, wenn dort der uns interessierende Wind bläst!

Der Kanonensattel ist kein Ort um mit Leichtbauten Höhenrekorde aufzustellen, Papierflieger werden einfach weggeblasen; vielmehr fliegt man ein Gebiet, etwa gut 100 m zu beiden Seiten und 100 m weg vom Hang ab und schaut, was die Kiste aushält. Vorsicht! Das, was sie links fliegen kann man unten auf der Terasse des Restaurants sehen; wenn Sie später den wohlverdienten Capuchino schlürfen kann's dann Manöverkritik geben.

 
 
Überblick
An dieser Stelle sollte ein Applet ("kleines Programm") ablaufen; es wüe ein Panorama-Bild anzeigen und Ihnen ermöglichen, sich einige Stellen markieren zu lassen. Ihr Browser läßt dieses Applet jedoch nicht laufen, vermutlich weil er die dazu erforderliche Software nicht installiert hat (Microsoft liefert den IE neuerdings nicht mehr mit dem "Java-Plug-In" aus...).
Klicken Sie auf das kleine Bild links, um sich wenigstens das Panorama-Bild anzeigen zu lassen - allerdings ohne die Möglichkeit zur Markierung von Gipfeln. Falls Sie das Applet sehen wollen installieren Sie das Plug-In; siehe hierzu Hinweise zur Technik
 
Anfahrt, Aufstieg: Fahren Sie die Julierstraße nach Norden, am Marmorera-Stausee vorbei nach Sur; dort biegen Sie rechts ab ("Alp Flex" deutlich markiert), fahren durch den kleinen Ort, an der Kirche vorbei und dann die enge, kurvige, "verschlissene" Bergstraße hinauf. Beim Parkautomaten biegen Sie rechts ab und erreichen bald den Parkplatz. Dann gehen Sie zum Berghotel Tga d'Meir, dort rechts, ca. 700 m zum Weiler Salategnas. Jetzt haben Sie die Wahl: Links vom Bach den Westhang (s.o.) hinauf (etwa 600 m breit, etwa 80 m hoch, Sie sind gerade an seinem Fuß entlang gegangen) oder den mit "Bivio" bezeichneten Weg zum Kanonensattel hinauf. Zur Entscheidungshilfe: Links war ich 3 mal oben, bin aber nur einmal zum Fliegen gekommen; die beiden anderen Male ging ich nochmal runter und dann Richtung Kanonensattel hinauf...
Der Weg ist anfangs harmlos, im letzten Drittel aber steil und man kommt irgendwie ins Grübeln, warum man das alles macht und ob es nicht gescheiter wäre, sich ein leichters Modell und kleineres Equipment anzuschaffen und lauter so blödes Zeugs... und bevor man sich umsieht findet man rechts eine flache aber sumpfige Stelle, hinter der ein NW-Hang genau im Talwind steht (s.o. "unterer kleiner Startplatz"): Dort geht´s, aber die beste Stelle ist oben, gleich neben den immer größer werdenden Pare Neira! Überwinden Sie sich und gehen Sie diese paar Meter noch hinauf, es lohnt sich!
 
  Die beste Startstelle (138K) Das Gelände (siehe auch Übersichtsbild links):
  • Die meiner Meinung nach besten Startstellen sind auf dem kleinen Felsvorsprung (da sieht man am besten und hat nur wenige Schritte zur regulären Landefläche) oder um die 30m östlich davon (da steht man gleich auf der Notlandefläche, wenn's mal nicht so gut tragen sollte).
  • Dort verläuft auch ein glatter, weitgehend steinloser Streifen für Hangauf-Landungen, wenn's mal knapp geworden ist (siehe auch "Hangauf-Landung" oben im Applet).
  • Große, glatte und steinfreie Flächen für Außenlandungen unten sind von hier aus gut einsehbar.
  • Zum (regulären) Landen muß man ein paar Meter nach oben gehen, das Modell in engen Kreisen herunter holen (dort säuft's richtig) und dann entschlossen aufsetzen; für lange Anflüge müßten Sie noch weiter hinauf gehen um was zu sehen. Die steinlose Grasfläche ist ausreichend glatt aber leicht zur Seite geneigt. Sie ist, grob geschätzt, mehr als 50 m lang und 10 m breit (s.o. "Landung"). Da die Hangkante etwas rund ist und keine großen Brocken rumliegen ist der Wind kaum verwirbelt.
 
  Sicherheit: Es gibt niemanden, der das Gebiet organisiert. Ein Kanalbelegungsverfahren ist nicht vorgesehen; da jedoch die beiden möglichen Startstellen jeweils gegenseitig sichtbar sind (anders als z.B. am Jakobshorn) weiß man wenigstens, wann es zu Überschneidungen kommen kann. Ein Scanner oder wenigstens Kontrollempfänger ist hier sehr nützlich, sobald man ein anderes Modell sieht, zu dessen Piloten man nicht so ohne weiters rübergehen kann.
Paraglider und Hängegleiter gibt's dort oben nicht, außerdem können manntragende Flugzeuge dort nicht in geringer Höhe vorbeifliegen.
 
  Andere Startstellen auf der Alp Flix kann ich nicht nennen. Es ist mir noch nicht gelungen, die Südseite des Kanonensattels bei Südwind zu nutzen, das Val Natons bildet einen tiefen Einschnitt und läßt den Wind nicht rein. Die Sonneneinstrahlung alleine reicht nicht aus.
Im Restaurant "Piz Plata" hat mir jemand erzählt, gelegentlich kämen Leute vorbei, die "hinter der Kapelle Son Roc" zum Modellfliegen gehen. Nun, die Kapelle ist keine 5 Minuten vom Parkplatz weg (beim Haus den Weg raufgehen, dann sehen Sie sie schon), und von dort aus führt ein Pfad zum Abhang nach Sur; Westwind würde hier zwar hangauf blasen, dennoch kann ich mir nicht vorstellen, wie man hier ein Flugmodell rauf (und vor allem wieder heil runter) kriegen soll. Westwind-Wetterlage, die auf der Alp Flix zum Modellfliegen nutzbar wäre, habe ich sehr selten erlebt (und erst einmal nutzen können); dafür ist dann der Hang oberhalb des Restaurants sicherlich besser geeignet. Man kann direkt hinter dem Retaurant hinauf gehen oder eben, wie oben beschrieben, von Salategnas aus.
 

15. Dez. 2009 ©2002..2009 Helmut Stettmaier ►Übersicht ►Impressum