Modell-Flugfeld Alp Giop gegen Corvatsch (58 K)

Übersicht (77 K)

MODELLFLIEGEN  AUF  DER  ALP   GIOP

Ort: St. Moritz, Ortsteil Suvretta (GR), Engadin, 46°29,6'N, 9°48,9'E, (151920,782350), Höhe 2214 m NN, ca. 300 m über dem Tal, ca. 170 m über den ersten Häusern.

Die Alp Giop ist leicht zu befliegen (ehrlich!) und bietet auch 4m-Seglern genügend Platz für Start und Landung. Die Alp Giop ist einfach zu erreichen und Modellflieger sind dort oben willkommen. Während der Schweizer Sommerferien (bis Mitte August) kann es gelegentlich mal zu Gedränge kommen; an Wochenenden lockt der Hang auch Kameraden aus Italien an. Klicken Sie hier für eine  Übersicht.

Die Alp Giop am Fuße des Piz Nair neigt sich nach SE ins Oberengadin und nach St.Moritz. Sie wird von morgens bis in den Nachmittag hinein kräftig von der Sonne beschienen, was den Berg dazu veranlaßt, Thermik "zu ziehen". Wenn sich dazu der Maloja-Wind, den die Surfer unten im Tal so mögen, dazugesellt, dann kommt es hier zu einem interessanten Gemisch aus dynamischem Aufwind und Ablösungen über dem Tal und auch weit oberhalb der Startstelle. Der nutzbare Wind kommt so gut wie immer aus S: Dies ermöglicht problemlose Starts nach rechts und die erste Aufwind-Suche über der Mulde vor dem Lift; er erlaubt von links kommend lange Landeanflüge und Aufsetzen auf einem schön glatten, etwa 50 m langen Stück Wiese mit manchmal kräftigem aber praktisch ungestörtem Gegenwind. Der Hang ist zwar steil, aber glatt und ermöglicht Außenlandungen, wenn man für bessere Sicht von der Startstelle aus ein paar Meter hinunter geht.

Anfahrt: Fahren Sie über den Juilerpaß nach Silvaplana, dort am Kreisel links Richtung St.Moritz. Nach etwa 1,8 km geht es links nach Champfer; fahren Sie durch den Ort und dann weiter etwa 1 km (ab Ortsende), bis es wiederum links nach Suvretta hinauf geht - die Abzweigung liegt in einer Kurve. Folgen Sie der Straße bis zum Suvretta-Lift. Dort ist man sehr freundlich zu Modellfliegern und gewährt sogar Sonderpreise, sowas ist man nicht gewöhnt - oder? Bevor Sie die Karte kaufen: Der Weg herunter ist leicht und dauert höchstens eine ¾ Stunde - wenn Sie nicht zu viel zu tragen haben...

Die Startstelle ist wärend der letzten 200 m Liftfahrt bereits zu sehen, wenn schon jemand da ist - sie befindet sich etwa 150 m rechts vom Lift. Achten Sie darauf ob Sie dort eine Schweizer Fahne sehen; wenn nicht, müssen Sie sie aufstellen (siehe unten). Nach dem Lift also nach rechts, durch die Schranke, an der Weggabelung rechts, dann noch ein paar Schritte.

Vielleicht noch folgender Hinweis: Werfen Sie während der Abfahrt vom Julierpaß ab und zu einen kurzen Blick über's Tal. Wenn Sie dabei eine Dunstschicht sehen (da Sie sich auf gleicher Höhe befinden ist sie gut zu erkennen), dann überlegen Sie sich, wohin Sie zum Wandern gehen könnten: Corvatsch/Fuorcla Surlej, Cavloc-See (!!), Muragl oder sonstwas, aber verschwenden Sie keine Zeit auf der Alp Giop. Zum Wandern ist sie nicht besonders gut geeignet, zu sehr haben die Bauarbeiten an den Skipisten ihre Spuren hinterlassen. Und Fliegen? Das lohnt sich bei so einem Wetter nicht, denn die Inversion legt einen absolut dichten Deckel auf das Tal - und die Alp Giop ist zu nah bei diesem Deckel.

 
Mit der Fahne wird der Startplatz aktiv gekennzeichnet
Bestimmungen, Sicherheit: Die Startstelle wird von der Modellfluggruppe Engadin betreut, die auch die Bestimmungen für den Flugbetrieb aufgestellt hat. Eine kurze Zusammenfassung ist an der Liftkasse erhältlich. Es wird eine Haftpflichtversicherung mit mindestens 3 Mio. CHF Deckungssumme verlangt, Kunstflug über dem Lift ist verboten, ferner muß als Signal für die manntragenden Sportflieger eine Schweizer Fahne aufgestellt werden; wenn Sie der erste sind: Fragen Sie den Mann an der oberen Liftstation, wo Sie sie finden; sie wird ziemlich genau 2¼ m oberhalb des Weges eingesteckt. Ich mußte aber schon erleben, daß die Fahne Sportflieger auch aus Neugierde oder zum "Grüezi"-Winken angelockt hat. Die Landestelle liegt neben dem Wanderweg (talseits, Überfliegen ist aber nicht erforderlich). Es gibt kein formales Kanalbelegungsverfahren, man spricht sich ab. Selten kommen auch mal Kameraden vorbei, die das vergessen... Es gibt keine Hängegleiter und Paraglider auf der Alp Giop, die springen lieber vom Corvatsch gegenüber runter.

Alp Suvretta: (46°29,4'N, 9°48,3'E = ca. 151400,781650, 120 m über dem Tal) Einmal war ich bei kaltem Wetter mit SW-Wetterlage oben - keine Thermik, rein dynamisches Tragen - und Bibbern (aber es mußte unbedingt sein...). Auf der Alp Giop war kein Start möglich, denn der Wind kam quer. An diesem Tag bin ich den Weg nach links, am Gasthaus Trutz und an der Alm Paradis vorbei zur Alp Suvretta gegangen (etwa 800 m). Sie bildet einen S- und SW-Hang, dessen äußerstes Ende bei so einem Wetter zum Modellfliegen nutzbar ist - zum Fliegen schon, aber zum Landen? Wer entsprechende Entzugserscheinungen hat und ein Modell mitnimmt, das auch eine ruppige Hangauf-Landung mitmacht (ein etwas weniger steiles Stückchen ist ganz am Eck, so um die 30 m unterhalb vom Weg), der kann dort eine Adrenalin-Kur machen. Es empfiehlt sich auch in diesem Fall, auf der Alp Giop die Fahne aufzustellen und an ihr den belegten Kanal deutlich kenntlich zu machen.

 

  STAND:
03.11.2002
  ©2002 Helmut Stettmaier  Übersicht  Impressum