Blick auf den Cuolmens vom Ort aus (24K)

DER CUOLMENS BEI BIVIO

Bei Talwind, so möchte man glauben, kann man in Bivio an jeder zweiten Hausecke sein Modell fliegen lassen; rund um den Ort stehen mehrere Hänge verschiedener Größen. Nun, ganz so einfach ist es nicht, denn die Strömung muß den Hang nicht nur hinauf blasen, sie muß auch oben Gelegenheit haben, ungehindert abzufließen - außerdem wünscht sich auch der bescheidene Modellpilot eine Landefläche. Da wird die Auswahl schon ein wenig kleiner (der eigentlich gut aussehende Hang "Mott' Eta" im Südosten am Fuße der Rocabella fällt z.B. aus).
Andererseits wunderte es mich anfangs sehr, daß ausgerechnet der Cuolmens bei Nordwind "trägt": Eigentlich ist es ein eher in Nord-Süd-Richtung verlaufender Bergrücken und ich vermutete dort oben keinen nutzbaren Hangwind, denn die "Stirnfläche" erschien mir zu klein.
Es geht aber, und garnicht mal schlecht. Der Wind kommt vom Valetta di Beiva herauf und löst dann über dem (westlichen) Schlepplift ab, so daß man bei der Mittelstation starten und dann gut nutzbare Aufwindfelder vorfinden kann.

 

DER OBERE HANG

46°27,3'N, 9°38,6'E (147160,769310), 2219 m NN ca. 400 m über dem Ort

Aufstieg: Gehen Sie die Septimer-Straße ca. 500 m hinauf und dann nach rechts (Valetta); jetzt geht der Weg um den Berg herum, unter dem Lift hindurch ins Valetta di Beiva hinein. Etwa 150 m vor dem ersten Stall, genau beim Strommast Nr. 120 führt eine Wagenspur nach links-hinten den Berg hinauf; der Weg ist die ersten paar Meter nicht einfach zu sehen, erst im Gebüsch ist dann klar, daß es sich um einen Bauweg zur Mittelstation handelt.
Ab hier ist das primäre Problem nicht mehr die Navigation sondern Schweiß und Gewicht ; Sie müssen sich irgendwas ausdenken, das Ihnen erlaubt, das alles positiv zu sehen. Es geht neben dem Skilift hinauf -daß der Hang hier eine Skipiste ist sieht man dem Boden auch an. Oben, unmittelbar vor dem letzten nochmal steileren Stück inspizieren Sie links die Notlandefläche; wenn Sie eh schon da sind kann das nicht schaden.

   Überblick

An dieser Stelle sollte ein Applet ("kleines Programm") ablaufen; es wüe ein Überblick-Bild anzeigen und Ihnen ermöglichen, sich einige Infomationen, z.B. den Weg, hervorheben zu lassen. Ihr Browser läßt dieses Applet jedoch nicht laufen.

 
  Starten, Fliegen, Landen: Oben (bei der Mittelstation) angekommen gehen Sie etwa 70 m nach Osten (links), das ist ein guter Kompromiß: Ein paar Schritte nach unten und Sie haben freie Sicht beim Starten - ein paar Schritte nach oben und Sie können einen langen Landeanflug überblicken.
Der Start erfolgt nach Norden; da man dort aufgrund der Bodenbeschaffenheit keinen Anlauf nehmen kann starte ich dort immer mit einem Gummi. Anschließend fliegt man etwas nach links, denn wie schon erwähnt gibt es über/hinter dem Schlepplift am wahrscheinlichsten Aufwind, besonders wenn die dynamische Komponente vor der thermischen überwiegt. Bis man sich mit den Verhätnissen vertraut gemacht hat kann man ja dann Rechtskreise fliegen: Über dem Lift weg und rechts zurück.
Für die reguläre Landung fliegt man rechts hangauf (der andere Lift ist weit weg und stört nicht), aber nicht zu weit hinauf, denn dort wird es sumpfig. Dann rechts rum zu sich her und aufsetzen.
 
am kleinen Hang bei dynamischem Auftrieb

DER KLEINE HANG

46°27,4'N, 9°38,4'E (147330, 769090), 2169 m NN

Für recht kleine Modelle und bei rein dynamischem Aufwind lohnt sich der Weg ganz hinauf nicht unbedingt. Manchmal kommen Wind und Sonnenschein erst Mittags auf (oder ist's gestern Abend zu spät geworden?) und man will möglichst rasch zum Modellfliegen kommen...
Der Weg ist anfangs der gleiche; allerdings stehen Sie beim Strommast 120 bereits am Fuß des kleinen Vorsprunges, gehen aber ebenfalls nach links und dann den erwähnten Weg hoch. Die Skipiste verlassen Sie dann bereits nach 2 oder 3 Lift-Stützen nach rechts.
Um den Vorsprung zu erreichen gehen Sie die Landefläche entlang: überraschend glatt und mit hohem, etwas dünnem Gras bewachsen (landwirtschaftlich nicht genutzt). So ein feiner Lande-Streifen ist für Zagis eigentlich viel zu schade, da sollten Sie einen richtigen kleinen Flitzer mitnehmen...

 
  Sicherheit: Ein Kanalbelegungsverfahren gibt's nicht, braucht's auch nicht. Auf dem Berg stehen 2 Funkmasten. Paraglider und Hängegleiter (oder gar tief fliegende Flugzeuge) gibt es dort nicht.
 
Der Hang Tua ist nicht das Gelbe vom Ei Andere kleine Hänge am Cuolmens: Wer den Berg von unten betrachtet frägt sich natürlich, ob es nicht noch mehr, eventuell leichter zu erreichende Startstellen gibt.
Tua: Die auffallendste Stelle mag der scharfe Vorsprung südöstlich vom Ort, direkt neben dem (östlichen) Lift sein. Ein früherer Bewohner von Bivio ist immer die 900 Meter Septimerstraße bis zum Armee-Zeughaus gefahren (!) und dann auf der glatten Wiese wieder 100 m zurück nach Norden bis zum Vorsprung gegangen. "Wenn's hier nicht geht, dann geht's oben auch nicht" hat er mir einmal gesagt - stimmt nicht. Hier unten kann nur der dynamische Aufwind tragen, und der ist gerade unten im Tal schwächer als oben und auch nicht so zuverlässig. Notlandungen müßten auf der nicht gerade glatten, mit groben Pflanzen und auch Steinen übersähten Skipiste unter Umgehung des Liftes erfolgen und außerdem fliegt das Modell über der Julier-Straße - ganz ehrlich: Sowas verkneif' ich mir. Sur Cresta: Diese Stelle sieht erst mal interessant aus, hat aber einen komplizierten Landeanflug, ist sicherlich vom Hügel "Balotta" (auf dem der untere Fernmeldemast steht) verwirbelt und man steht auf den Almrosen rum, das is' auch nix. Tun Sie was für Ihre Gesundheit und gehen Sie hinauf .
 
4. Okt. 2002 ©2002 Helmut Stettmaier ►Übersicht ►Impressum